Passt sich Ihr Schläger an Sie an oder passen Sie sich dem Schläger an?

Passt sich Ihr Schläger an Sie an oder passen Sie sich dem Schläger an? Clubfitting hilft Golfern, ihre Fähigkeiten durch das „passende Handwerkszeug“ zu optimieren. So wie man bei Schuhen oder Bekleidung auf die richtige Größe achtet, so gilt dies ebenso für die Schlägerausstattung des Spielers, denn nur so ist ein erfolgreiches Spielen möglich.

Im Rahmen einer Fitting Session auf der Driving Range werden folgende Parameter ermittelt:

  • Lie: Der korrekte Schlägerkopfwinkel ist maßgeblich für die Richtung des Ballflugs
  • Länge: Maßgeblich für die Schlägerkopfgeschwindigkeit, Kontrolle und Genauigkeit
  • Schafttyp: Graphit oder Stahl, flexibel oder steif
  • Griffe: Material, Art und Stärke können individuell angepasst werden
  • Schwunggewicht: Von leicht für Damen bis schwer für Herren mit mehr Kraft
  • Loft: Entscheidend für die optimale Flugbahn und -höhe des Balles
  • Zusammenstellung der Schläger: Nehmen Sie nur Schläger, die Sie auch wirklich spielen!
Um unnötige Frustrationen zu vermeiden, sollte jeder Golfanfänger sich beim Kauf seiner Ausrüstung von einem Fachmann beraten lassen. Denn bereits Hobbygolfer haben schon festgestellt, dass Sie zum Beispiel mit einem Eisen 6 so weit schlagen wie mit einem Eisen 7. Für den Fachmann ein Hinweis auf

a) eine schlechte Produktgenauigkeit oder
b) eine falsche Abstimmung der Schläger.

Vor allem verhindert ein allzu schlechtes Schlägermaterial, dass ein Spieler in seiner Entwicklung weiterkommt.

Auf 3 Dinge muss beim Kauf eines Golfschläger-Satzes geachtet werden:

  • Die Eigenschaften der Golfschläger müssen zum Golfer passen. (»Fitting«)
  • Die Golfschläger müssen zueinander passen. (»Matching«)
  • Für Amateur-Golfer sollte der Golfschläger-Kopf fehlerverzeihend sein.

Die wichtigsten Faktoren bei einem dynamischen Schläger Fitting:

A. Schaft und Schaft-Flexibilität (Flex)
B. Schlägerlänge
C. Lie-Winkel
D. Griffstärke

A. Schaft und Schaft-Flexibilität (Flex)
Stahl oder Graphit? Graphit ist leichter als Stahl und Somit erreicht man eine höhere Kopfgeschwindigkeit um den Ball weiter zu schlagen. Bei Graphitschäften hat man ein weicheres Gefühl und er absorbiert die Schwingungen besser. Stahlschäfte sind schwerer und werden von Golfspielern mit einem schnelleren Golfschwung bevorzugt.

Stahlschäfte haben einen niedrigeren Drehmoment = Verdrehung.
Flex: Die Bezeichnung für die Längssteifigkeit des Schlägerschaftes.

Die „weichsten“ Schäfte tragen die Bezeichnung

  • „L“ (Damen) Schlagweite (Carry) Eisen 7 Ca. bis 100m
  • „A“ (Allround) oder auch Seniorschlagweite (Carry) Eisen 7 Ca. 100m bis 130m
  • „R“ (Regular) Schlagweite (Carry) Eisen 7 Ca. 120m bis 140m
  • „S“ (Stiff) Schlagweite Eisen 7 (Carry) ca. 130m bis 150m
  • „X“ (Extra steif) oder auch Strong gekennzeichnet sind Schlagweite Eisen 7 Carry ca. 150m und mehr.

Wenn ein Schaft zu hart ist tendiert der Ball zu weit nach rechts und zu tief zu fliegen. ZUDEM kann sich der Schlag auch hart oder „hölzern“ an fühlen. Ist der Schaft zu weich kann das zu Schlägen führen, die zu weit links und zu hoch fliegen.

Die richtige Schafthärte in erster Linie durch die Geschwindigkeit wird IHRES Schwunges und des Schlägerkopfes bestimmt. Je schneller jemand schwingt desto härter Sollte der Schaft sein und umgekehrt. Die richtige Schafthärte führt auch zu einem Idealen Winkel des Ballfluges und so zu maximaler Distanz.

B. Schlägerlänge.
Die Schlägerlänge ist die Distanz zwischen Griffende und Ferse des Schlägerkopfs. Die spielerischen Fähigkeiten sind ein Wichtiges Kriterium bei der Schlägerlänge. Es ist zwar richtig, dass. längere Schläger mehr Distanz geben (die Schlägerkopfgeschwindigkeit grösser wird), wird aber nur, wenn der Ball genau gleich gut getroffen wie bei kürzeren Schlagern.

Wenn Sie ein Eisen 1 „= Zoll (2,54 cm) vom Schlägerzentrum entfernt treffen verlieren Sie ca. 10% Ihrer Distanz. Natürlich ist aber die Körpergrösse und Armlänge das Entscheidende Kriterium bei der Wahl der Schlägerlänge.

Die Schlägerlänge hängt nicht nur von der Körpergröße ab Sondern eher von der Armlänge. Es kann z.B. auch sein dass. ein Golfspieler mit sehr langen Armen und groß gewachsen einen kürzeren Schaft braucht.

C. LIE / Winkel:
Der Lie eines Schlägers ist der Winkel zwischen dem Schaft und dem Boden bei flach aufliegendem Schlägerkopf. Ein Schläger, bzw. ein Lie der zu steil ist kann zu ‚zieht‘ oder ‚Haken‘
führen (der Schlägerkopf wird an der Ferse Stärker gebremst und das Schlägerblatt schliesst sich).

Im Gegensatz dazu kann ein zu flacher Lie zu einem ‚push‘ oder ‚fade führen. Generell lässt sich sagen, dass. zu grösseren Spielern oder solchen mit kurzen Armen Schläger mit mehr Lie passen. Zu Kleineren entsprechend Solchen mit weniger Lie. Aber auch die Schlägerkopfgeschwindigkeit, die Haltung Sowie die Schwungbahn Müssen bei der Festlegung des korrekten Lies berücksichtigt werden.

D. Griffstärke
Die Griffstärke ermitteln Sie mit der Handschuhgröße

Damen S, M = Damen Standard
Herren S, Damen L = Untermaß
Herren M, ML, L = Herren Standard
Herren XL = Midsize
Herren XXL = Jumbo

Die richtige Griffstärke ist ein sehr wichtiger Faktor im Golfspiel. In den allermeisten Fallen eine Anpassung Allerdings findet nicht statt. Viele Verkäufer wissen nicht, wie die korrekte Anpassung zu erfolgen hat bzw. es fehlt an den Möglichkeiten zur Anpassung selbst. Bei einem zu dicken Griff tendiert der Ballflug nach rechts (bei einem Rechtshänder) und bei zu dünnen Griffen nach links.

Martin Weick
PGA Diplom Golflehrer